Warum McDonald's neueste Kampagne fast ein Maßstab für digitales Shopper-Marketing ist - und wie man sie verbessern kann
In seiner aktuellen “Oster-Countdown”-Kampagne bietet McDonald’s in Deutschland riesige Rabatte (wie einen Big Mac für nur einen Euro) und einzigartige Belohnungen (Big Mac-Socken, vielleicht? Kein Scherz).
Ist es nur eine weitere Kampagne, um Menschen in die Fast-Food-Restaurants zu locken? Nicht ganz. Schauen wir genauer hin: Sie verschenken nicht einfach alle Vorteile.
Kunden müssen die neue McDonald’s-App auf ihrem Telefon verwenden, um davon zu profitieren. Und um die App vollständig zu nutzen, müssen sich Kunden mit einem kostenlosen Konto beim Burger-Giganten registrieren.

Die Kampagne zielt darauf ab, einen 1:1-Kanal zu digitalen Shoppern aufzubauen.
Das ist ein cleverer Schachzug von McDonald’s.
Verbraucher kennen den Wert ihrer persönlichen Daten sehr gut. Drei Viertel der Kunden sind bereit, ihre Daten zu teilen. Wenn sie im Gegenzug einen Mehrwert erhalten. Im Fall von McD sind diese Vorteile Rabatte, Gewinnspiele und bald auch ein digitales Treueprogramm. Die App ist auch schön animiert und gamifiziert, um die Interaktion locker und unterhaltsam zu halten.
Permission Marketing ist das neue Normal
Die neuen DSGVO-Vorschriften in Europa erfordern ein gültiges Opt-in durch den Kunden für jeden direkten Kontakt. Für McDonald’s-Marketer ist die App das Instrument, um diese wertvollen Opt-ins zu sammeln.
Sie ermöglicht es ihnen, direkt mit digitalen Shoppern in Kontakt zu treten. Sie können sie per E-Mail und Push-Benachrichtigungen auf ihrem Telefon erreichen. Es umgeht auch die aktuellen Probleme des digitalen Marketings. Werbebetrug, Sichtbarkeitsprobleme und massive Nutzung von Werbeblockern, um nur einige zu nennen.

App-basiertes Permission Marketing
Stattdessen geht McDonald’s in eine direkte 1:1-Interaktion mit seinen Kunden und sammelt so Daten, um das Erlebnis in Zukunft zu personalisieren. Personalisierung ist einer der Haupttreiber einer großartigen Kundenerfahrung und führt zu loyaleren Kunden. Im wettbewerbsintensiven Fast-Food-Sektor verschafft dies McDonald’s einen Vorteil gegenüber Konkurrenten, die keinen direkten Zugang zu Kunden haben.
Wie es noch erfolgreicher sein könnte
McDonald’s neuer Ansatz scheint großartig. Dennoch verpasst er einige Chancen. Hier sind die Top drei:
- McDonald’s konzentriert sich auf eine App.
Kunden müssen die App herunterladen, installieren und sich darin registrieren. Dies setzt eine ziemlich hohe Hürde und viele Kunden werden davon absehen, sie zu nutzen. App-Müdigkeit ist auch ein wachsendes Phänomen, die Tatsache, dass Nutzer nur mit sehr wenigen ihrer Apps interagieren. Viele Apps werden nur einmal genutzt und entweder vergessen oder deinstalliert.
- Die Vorteile sind auf ihrer Website oder Facebook nicht zugänglich.
McDonald’s konzentriert sich nur auf einen Kanal. Sie verpassen die Chance, mit Nutzern auf ihren eigenen Websites und in sozialen Medien in Kontakt zu treten. Kunden eine Wahl zu geben, könnte die Nutzerakquise leicht erhöhen.
- Sie engagieren sich nicht im Messenger Marketing.
McDonald’s Ansatz verpasst eine der fundamentalen Verschiebungen in der Geschichte der menschlichen Interaktion. In den letzten Jahren sind wir alle vom E-Mailen und Telefonieren zum Messaging übergegangen. Wir chatten ständig mit Freunden, Kollegen und Familie. Um nur ein Beispiel zu nennen: Facebook Messenger wird derzeit von mehr als 1,3 Milliarden Menschen jeden Monat genutzt - und wächst immer noch stark. Dank Chatbots können Marken auch im großen Maßstab Messaging betreiben. Die Kombination aus exklusiven Vorteilen, Messaging-Kanälen und Chatbots könnte McDonald’s Kampagne auf ein ganz neues Level heben.
Fazit
McDonald’s tut, was im Zeitalter des Permission Marketings zwingend notwendig ist. Sie bieten exklusive Vorteile für Kunden, die im Gegenzug einige ihrer Daten teilen und direkt erreichbar sind. Eine App zu verwenden hat einige Vorteile, ist aber auch ziemlich teuer, und App-Müdigkeit ist real. Conversational Interfaces könnten eine zeitgemäßere Lösung für die heutigen Verbraucher bieten.
Ach ja, und falls du einige dieser Big Mac-Socken haben möchtest, sie sind alle vergriffen, werden aber auf eBay für etwa 10-12 Euro verkauft.